Ein Buch für Sobolewicz

Auschwitzfahrt 2014

sobo1Es war gar nicht möglich, so früh mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Horrem zum Flughafen Düsseldorf zu fahren – so hatten wir einen Bus gemietet, als wir um halb vier nachts an der Schule aufbrachen. Nach Zwischenlandung in Berlin-Tegel hatten wir, um 11 Uhr in Krakow landend, den Tag noch vor uns. Die meisten waren zum ersten Mal in Polen, etwas aufgeregt, aber auch ziemlich müde. Im „Zentrum für Dialog und Gebet“ waren alle freundlich wie immer und nach dem Essen mussten alle wieder raus zum ersten Programmpunkt, in die Stadt. Mit dem Linienbus. Wer in öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, lernt eine Stadt am besten kennen!

sobo2Wir tauschten Geld, denn in Polen zahlt man mit Sloty, dann ging es zur Synagoge und zum ehemaligen jüdischen Friedhof. Obwohl es überhaupt nicht kalt war, kaum minus 5, froren die meisten. Aber das lag wohl am Schlafmangel.

Anderntags besichtigten wir Auschwitz I, das Stammlager. Hier gibt es originale Gebäude und Einrichtungen, sowie Ausstellungen zu sehen.

Für mich neu war der Raum mit den Namenslisten aller Gefangenen, soweit man die rekonstruieren konnte.

sobo3Einen völlig anderen Zugang zum Grauen von Auschwitz bekommt man in Harmeze, in der Kunstausstellung von Marian Kolodziej, durch die wie immer Pater Florian mit einigem Engagement führte. Die Ausstellung ist nämlich in der Krypta einer Klosterkirche beheimatet und der Pater hat einige Jahre in Deutschland gelebt, so dass man keinen Dolmetscher braucht.

Am Samstag trafen wir dann Tadeusz Sobolewicz.
Im Hotel Wyspianski. Er ist mit seinen 90 Jahren immer noch quicklebendig. Er erzählte und signierte Bücher wie immer, aber diesmal haben auch wir ihm ein Buch geschenkt. Unser Fotobuch, in dem eine Seite ihm gewidmet ist, aus Dankbarkeit für viele Jahre der Zusammenarbeit. Danach ging es in die Altstadt.

Birkenau besichtigten wir am Sonntag, auch die dortige Fotowand, die das Vorbild für unsere Fotowand gewesen war.

sobo4Wir trafen zufällig die Gruppe um Ministerin Löhrmann, aber erst am Nachmittag gab es im Zentrum dann eine Gesprächsrunde mit ihr und den Schülern. Da die Schüler das richtig gut gemacht hatten, waren die Lehrer einigermaßen stolz. Die Ministerin hat sich später sogar in einem Brief extra bedankt.

Am letzten Tag standen die Gedenkfeiern auf dem Programm. Viele Schulen nehmen immer an der Feier auf dem Kosciuski-Platz teil, so auch wir. Wer die Blumen zum Denkmal bringen darf, wurde ausgelost. Wie immer war die Birkenau-Feier am Nachmittag eine Überraschung. Diesmal keine schöne, denn es gab ein beheiztes Zelt für die Prominenz, aber nicht für uns. Die Videoübertragung war da kein Ersatz und wir gingen, nachdem wir endlich Tadeusz nochmal gesehen hatten.