Und dann kam Alex – Ein Stück zum Thema: Gewalt, Mobbing und Bullying unter Jugendlichen

Am Montag, den 25. April 2016, besuchten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 in Begleitung ihrer Deutschlehrerinnen und – lehrer das Theaterstück „Und dann kam Alex“, das im Kinder- und Jugendzentrum in Kerpen-Sindorf aufgeführt wurde. Der Förderverein ermöglichte durch die Finanzierung der Eintrittsgelder diesen Besuch.
Das von Karl Koch überarbeitete Stück, das das Berliner Ensemble Radiks aufführt, fokussiert die Themenfelder Gewalt, Mobbing und Toleranz. Tangiert werden weitere Themen wie Sprach- und Beziehungslosigkeit innerhalb der Familien, Drogen- und Alkoholkonsum, Lehrstellenmangel, Perspektivlosigkeit und die besondere Rolle der Mitläufer und Beobachter von Mobbing und Gewalt an Schulen.
In einer Rückschau, dem Publikum zugewandt, erzählt der 17- Schüler Alex B., der zugleich als Erzähler fungiert, dass er über Jahre hinweg von Mitschülern gemobbt und gedemütigt wurde. Um diesen zu imponieren, schlägt er – als Mutprobe – einen wehrlosen älteren Mann. Alex weiß nicht, dass seine „Mutprobe“ gefilmt und per Handy an andere Mitschüler gesendet wurde. Das Video wird von Lehrern der Schule entdeckt.
Alex flüchtet, dringt am nächsten Tag bewaffnet in die Schule ein und möchte erzwingen, dass die Mitschüler gestehen, ihn gezwungen zu haben, den Mann zu schlagen, um „endlich Ruhe vor denen“ zu haben. Sein Vorhaben misslingt. Nachdem er mehrere Stunden mit einigen Geiseln in einem Klassenraum verbracht hat, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Hier setzt das eigentliche Stück an: Alex beginnt zu erzählen.
Die Figur „Alex“ wird einerseits geschildert als Opfer und Täter zugleich, andererseits ist er aber Erzähler und Vermittler des ganzen Geschehens. Die durchaus zweischichtige Anlage der Figur soll im Hinblick auf die sich anschließende Diskussion zu kontroversen Beiträgen anregen.
In der nach der Aufführung stattfindenden Nachbesprechung, zu der die beiden Darsteller einladen, wurde den Mädchen und Jungen die Gelegenheit eingeräumt, ihre Fragen und Meinungen kundzutun.
Ziel war es dabei, einen ergänzenden und fundierten Beitrag für ein respektvolles Miteinander zu leisten.
In kurzen prägnanten Szenen schildert Alex sein Verhältnis zu seinen Eltern, spricht über seine Wünsche und Ängste. Aber auch andere kommen zu Wort: eine Jobvermittlerin, die Sekretärin der Schule und eine Mitschülerin seiner Klasse.

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Tim Engemann alias Alex und Olivia Beck alias seine Mitschülerin Jeanette, die ihn für ihre Mathe-Hausaufgaben ausnutzt.

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Alex B. auf der verzweifelten Suche nach einer Lehrstelle, hier bei der Jobvermittlung.

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Alex B. bedroht die Sekretärin seiner Schule mit einer Pistole.

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Tim Engermann in der Rolle als Ermittler, der Jeanette bezüglich des Amoklaufs von Alex Fragen stellt.

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Autorin: Sabiha Güllüdag
 
Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung der Gruppe Radiks veröffentlicht.

Mehr Informationen zu Buchungen, Reservierungen und Pressestimmen unter:

http://www.ensemble-radiks.de/stuecke/alex/tour_info_alex_nrw_2016.pdf (19.06.2016)

 

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