Hinschauen, um zu erinnern, wo Leid Geschichte wurde

Ausch­witz, der Ort an dem Leid still­ge­schwie­gen wur­de. In der Klein­stadt Oświęcim, Polen fand die Mas­sen­ver­nich­tung vie­ler Men­schen in dem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ausch­witz, sowie dem Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au statt.

Um über die Geschich­te zu ler­nen und sie wei­ter­zu­tra­gen ver­an­stal­tet unse­re Schu­le jähr­lich eine 5‑tägige Fahrt der 10. Und 12. Klas­se zu den Gedenkstätten.

Die dies­jäh­ri­ge Fahrt in die Klein­stadt Oświęcim fand vom 02.02.2026 bis zum  06.02.2026 statt. Nach unse­rer Ankunft und Ein­füh­rung im Zen­trum für Dia­log und Gebet star­te­te unser Tag mit einer Stadt­füh­rung durch das jüdi­sche Vier­tel des Ortes. Auf unse­rem Weg wur­den wir von Mat­ti, einem Deut­schen, der ein frei­wil­li­ges sozia­les Jahr in Polen absol­viert, beglei­tet. Wir besuch­ten unter ande­rem die Syn­ago­ge, die uns Ein­blick in den Glau­ben des Juden­tums, gewährte.

Am Fol­ge­tag tra­ten wir dem Ursprung unse­rer Fahrt näher, indem wir das Stamm­la­ger Ausch­witz I besich­tig­ten.
Der Schrift­zug „Arbeit macht frei“, wel­cher vie­le Inhaf­tier­te hin­ters Licht führ­te, begrüß­te uns am Ein­gangs­tor zum Lager. Im wei­te­ren Ver­lauf unse­res Rund­gan­ges lie­fen wir ent­lang der trost­lo­sen, kalt wir­ken­den Back­stein­bar­racken, wel­che teils zu Muse­en umfunk­tio­niert wur­den. Im Inne­ren waren noch erhal­te­ne Besitz­tü­mer der Opfer, wie abge­schnit­te­ne Haa­re, Pro­the­sen, sowie Kof­fer und Klei­dungs­stü­cke aus­ge­stellt. Schließ­lich erhiel­ten wir die Mög­lich­keit, in einen der zen­tra­len Orte des Ver­bre­chens zu bli­cken: die Gas­kam­mer.
Nach unse­rem Besuch des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers führ­te unser Weg zu der Kunst­aus­stel­lung des Künst­lers Mari­an Kołod­ziej, wel­cher ein Ausch­witz­über­le­ben­der war. Eini­ge Jah­re nach sei­ner Befrei­ung erlitt er einen Schlag­an­fall und wur­de sich des­sen bewusst, sein Leben zu schät­zen und sei­ne Erleb­nis­se wei­ter­tra­gen zu müs­sen, bevor es zu spät ist. Er ent­schied sich dazu, sei­ne Geschich­te durch Zeich­nun­gen aus­zu­drü­cken und zu verarbeiten.

Am Tag dar­auf bega­ben wir uns zum Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz-Bir­ken­au, wel­ches im Grund­riss für rund 200.000 Häft­lin­ge kon­zi­piert wur­de. Wäh­rend unse­res Auf­ent­hal­tes durf­ten wir Ein­drü­cke der Holz- und Stein­bar­racken der dama­li­gen Inhaf­tier­ten gewin­nen. Im Anschluss gelang­ten wir zu der Ram­pe, dem Schau­platz der Selek­tio­nen, wo die Grau­sam­keit der Geschich­te für uns beson­ders greif­bar wur­de. Schließ­lich führ­te die Füh­rung ent­lang vie­ler Rui­nen der zer­spreng­ten Gas­kam­mern und Kre­ma­to­ri­en.
Wir stan­den dort, wo unzäh­li­ge Men­schen ihre letz­ten Minu­ten ver­brach­ten. Durch die­sen Besuch des Lagers erhiel­ten wir ein tief­grün­di­ges Ver­ständ­nis der Ver­bre­chen, die damals began­gen wur­den.
Am Nach­mit­tag hat­ten wir das Pri­vi­leg, die Zeit­zeu­gin Zdzisła­wa Wlodar­c­zyk ken­nen­zu­ler­nen und ihre Geschich­te per­sön­lich vor­ge­tra­gen zu bekom­men. Sie ist eine Ausch­witz-Über­le­ben­de, die ursprüng­lich in War­schau gebo­ren ist. Im August 1944 wur­de die sie­ben­jäh­ri­ge Zdzisła­wa mit ihrer Fami­lie nach Ausch­witz-Bir­ken­au depor­tiert. Ihr Vater starb spä­ter im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ge Flos­sen­bürg, wäh­rend ihre Mut­ter den Todes­marsch über­leb­te. Am 27. Janu­ar wur­den sie und ihr Bru­der schließ­lich befreit. Zdzisła­wa war es sehr wich­tig, uns zu zei­gen, dass die Men­schen kei­nen Hass ver­brei­ten dür­fen, damit so etwas Schreck­li­ches nie wie­der geschieht.

“Jeder Mensch ist gleich gebo­ren.” , sag­te sie.

Bevor wir die Heim­rei­se antra­ten, besuch­ten wir die geschichts­träch­ti­ge Stadt Kra­kau. Vor Ort erhiel­ten wir eine Füh­rung ent­lang der Juden­stra­ße und der Alt­stadt. Wir betrach­te­ten auf unse­rem Weg meh­re­re Syn­ago­gen, Markt­plät­ze und den ers­ten jüdi­schen Fried­hof.
Im Anschluss hat­ten wir die Gele­gen­heit, Kra­kau in Klein­grup­pen zu erkun­den.
An jedem Abend tra­fen wir uns nach dem Abend­essen und reflek­tier­ten gemein­sam die Erleb­nis­se und Ein­drü­cke des jewei­li­gen Tages. Dies unter­stütz­te uns dabei, das Erleb­te zu verarbeiten.

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