Warum es sich lohnt nach Auschwitz zu fahren

Gedenkstättenfahrt 2018

(ehemaliges) Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Foto privat)

Anfang Februar für knapp fünf Tage besuchten wir, Schüler des 10. und 12 Jahrgangs, Auschwitz, weil wir es für besonders wichtig halten solch ein Grauen nicht nur in der Schule zu besprechen, sondern es auch selbst zu sehen, selbst dort zu sein, es mit unseren eigenen Augen zu erfassen und versuchen es zu begreifen. In Büchern und Dokumentationen sieht man zwar die Bilder dieses durch menschenunwürdige Geschehnisse bekannten Ortes, die Dimension und Größe wird einem jedoch erst deutlich, wenn man selbst da ist.

Montagabend angekommen wurden wir herzlich begrüßt, teilten unsere Zimmer ein und am Dienstagmorgen führte uns ein deutschsprechender Pole durch das Stammlager Auschwitz, welches sich in der Stadt Oświęcim befindet. „Arbeit macht frei“, ein Satz der im Gedächtnis bleibt. Dies ist eines der ersten Dinge, die man am Eingang sieht, wenn man das Stammlager betritt. Besonders emotional war es für uns vor allem Kleidung, Schuhe und Haare der ermordeten Menschen zu sehen, die in Glaskästen ausgestellt sind. Diese stammen von ca. 40.000 Menschen (…so viele wie in einer Kleinstadt leben).

Am folgendem Tag besuchten wir Auschwitz-Birkenau, das als reines Vernichtungslager diente. Sehr beeindruckend war insbesondere die Größe von etwa 170 Hektar. An dem Ort der damaligen Geschehnisse konnte man sich erstmalig wirklich vorstellen, was dort einst passiert ist. Nach dem Mittagessen fuhren wir in den Ort Harmęże. Dort besuchten wir eine Ausstellung des Malers Marian Kołodziej, ein ehemaliger Gefangener des KZs mit der Häftlingsnummer 432, der überlebt hat. Sein Trauma konnte er teilweise verarbeiten, indem er Bilder seiner Alpträume und Erinnerungen seiner Vergangenheit aufzeichnete. Besonders eingeprägt haben sich uns hierbei die vielen, mit feinen Strichen gezeichneten Totenköpfe und vom Hunger abgemagerten Körper.

Am viertem Tag besuchten wir Krakau. Dabei erfuhren wir durch eine Stadtführerin namens Agnieszka Näheres über die Stadt und über die jüdische Geschichte Krakaus. Später durften wir dann selber die Stadt erkunden.

Am letzten Tag hatten wir das Glück den Zeitzeugen Wacław Długoborski kennen zu lernen. Er hatte die Häftlingsnummer 138871, die er uns auf seinem Unterarm zeigte. Dieses und auch seine Erzählung hat uns alle tief berührt. Es klang alles so echt und beeindruckend, wie es nur jemand schildern kann, der es selbst erlebt hat.

Jana S., Jesicca H., Miriam C